Gedenkfeier zum 100. Todestag von Magnus Voß

Am Sonnabend, dem 24. September 2005 hat die Gemeinde Ostenfeld zum Gedenken an Magnus Voß einen Gedenkstein gesetzt. Äußerer Anlass war der einhundertste Todestag des Lehrers und Heimatforschers.

Die Gedenkfeier begann um 15.00 Uhr in der Magnus-Voß-Straße mit der Enthüllung des Gedenksteins durch den Bürgermeister Jens Christian. Musikalisch begleitet hat der Posaunenchor der Kirchengemeinde unter der Leitung von Dagobert Drawe. Etwa 150 Ostenfelder hatten sich eingefunden.

 

Fortgesetzt wurde die Feier im Kirchspielkrug mit drei Kurzvorträgen zu Magnus Voß. Werner Stiebeling aus Husum sprach über den Lehrer und Menschen, Pastor Kurt Riecke über Lehren aus seinem Leben und Kulturringleiter Hartmut Brunk über seine Beziehungen zu Ostenfeld.

 Magnus Voß

 Voß wurde am 1. Februar 1856 in Vaale im Kirchspiel Wacken, im damaligen Kreis Rendsburg (heute Kreis Steinburg), geboren. Sein Vater war der Volkschullehrer Peter Voß, der mit Margarethe Paulsen verheiratet war. Auch Magnus Voß wollte Lehrer werden wie auch seine beiden Brüder.

Die Stationen seiner Ausbildung waren die Präparandenanstalt in Barmstedt und das Seminar in Segeberg, das Voß drei Jahre besuchte. Danach unterrichtete er in Blankenese und in Marne. Die 1881 abgelegte 2. Volkschullehrerprüfung befähigte ihn „für den Unterricht in den unteren Klassen der Mittelschulen und höheren Töchterschulen". Während der beiden Jahre am Königlichen Gymnasium in Glückstadt legte er an der Zentraltumanstalt in Berlin die Turnlehrerprüfung ab. Ostern 1885 begann Voß seine Tätigkeit in Husum am Königlichen Gymnasium. Der Elementarlehrer Voß unterrichtete vor allem in den unteren Klassen Zeichnen und Turnen, durchweg 26 Stunden in der Woche.

"Für das Winterhalbjahr war Herr Lehrer a. G. Voss zur Teilnahme an dem fünfmonatlichen Kursus an der Kunstschule in Berlin einberufen." So steht es im Jahresbericht von 1900. Danach unterrichtete er auch die Obersekundaner und Primaner zusammen in Gruppen im Zeichnen. Diese hatten alle am Ende der Untersekunda das „Zeugnis über die wissenschaftliche Befähigung zum einjährigen Militärdienst" erhalten. Voß war Mitglied in vielen Husumer Vereinen und Organisationen. Dabei war er fast immer im Vorstand tätig. 1899 „rettete" er das Held'sche Haus in Ostenfeld. Dieses wurde in Husum wieder aufgebaut. Das Ostenfelder Bauernhaus ist das erste Freilichtmuseum Deutschlands.

Im Krankenhaus in Heide hat Voß die Druckbogen seines letzten Buches korrigiert, das kurz nach seinem Ableben erschien, nämlich "Die Chronik der Kirchengemeinde Ostenfeld". Zu seinem Schulleiter hat er bei einem Krankenbesuch gesagt: "Ich muss immer etwas vorhaben, sonst fühle ich mich nicht glücklich." Er starb am 2. September 1905.